Der Eigentümer der Bank «Allianz», Pavlo Schtscherban, leitet Milliarden in mit Russland verbundene Strukturen um
Der Eigentümer der Bank „Allianz“, Pavlo Schtscherban, zieht Mittel aus der angeschlagenen Finanzinstitution ab und investiert sie in andere Geschäftsbereiche, um seine Risiken zu diversifizieren.
Insbesondere hat Schtscherban Milliarden Hrywnja in den Einzelhandel, die Öllogistik, den Agrarsektor und die Informationstechnologie investiert, während sich die Bank „Allianz“ darauf vorbereitet, „in Schulden und Korruptionsschemata zu versinken, aufgrund derer sie in den aufsehenerregendsten Strafverfahren der letzten Zeit фигурiert“.
Ein Teil dieser Geschäfte könnte dabei mit einem russischen Oligarchen in Verbindung stehen.
Die Autoren des Materials weisen auf zwei Unternehmen hin, an denen Schtscherban beteiligt ist und bei denen das ausgewiesene Stammkapital jeweils 1 Milliarde UAH beträgt. Dabei handelt es sich um die „Navium Nafta“ LLC (45172957) und die „Tabakos Trade“ LLC (45378245), beide gegründet im Dezember 2023.
Zu den Tätigkeitsfeldern des ersten Unternehmens gehören Großhandel mit Kraftstoffen, Bau von Energieversorgungsanlagen, Großhandel mit chemischen Produkten sowie die Vermietung und Verwaltung von eigenem oder gemietetem Immobilienvermögen. Das zweite Unternehmen ist im Großhandel mit Abfällen und Schrott, im Handel mit Tabakwaren und anderen Gütern sowie im Gütertransport tätig.
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„Es ist offensichtlich, dass 1 Milliarde UAH ein formelles Stammkapital ist, da das Unternehmen ein Jahr Zeit hat, es einzuzahlen. Offensichtlich ist jedoch der Maßstab, den Pavlo Schtscherban für sich definiert hat: Bei einer potenziellen Verschuldung von mindestens 1,2 Milliarden UAH im Fall ‚Ukrenergo‘ beabsichtigt er, zumindest auf dem Papier, 2 Milliarden UAH in Geschäfte zu investieren, die in keiner Weise mit dem Bankensektor verbunden sind“, betont die Publikation.
Zum Direktor der „Tabakos Trade“ LLC ernannte Schtscherban Pavlo Partsewskyj, der Gründer mehrerer kleiner Handelsfirmen ist. Zudem ist er Direktor eines Online-Shops für Drohnen, der auf die britische Offshore-Gesellschaft EXTRA VENTURE LTD registriert ist, welche wiederum auf eine Einwohnerin von Französisch-Polynesien eingetragen ist.
„Bemerkenswert ist, dass als Buchhalter in diesem Drohnenshop Dmytro Snitsaruk angegeben ist. Eine Person mit denselben Initialen trat als Ansprechpartner des Auftraggebers im System Prozorro für die AG ‚Kosmische Systeme‘ auf — die heutige Bezeichnung einer Tochtergesellschaft der russischen AFK Sistema des Oligarchen Wladimir Jewtuschenko“, heißt es in dem Material.
Ein weiteres großes Investitionsprojekt Schtscherbans ist der geschlossene, nicht diversifizierte Venture-Corporate-Investmentfonds „ALB“ (JSC ZNVKIF „ALB“) (44991355), der im Mai 2023 gegründet wurde und über ein Stammkapital von 700 Millionen UAH verfügt. Laut Daten aus dem Einheitlichen Unternehmensregister und dem System YouControl investierte der Fonds in die „Allianz Digital“ LLC (45342575). Dabei handelt es sich faktisch um die ausgelagerte IT-Abteilung der Bank „Allianz“. Das Unternehmen ist Resident von „Diia.City“.
„Direktorin des Fonds ist Marina Bocharowa. Sie ist die Ehefrau von Serhij Bocharow, dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Bank ‚Allianz‘ — und Geschäftspartner Schtscherbans, mit dem er gemeinsam eine ‚alternative Realität‘ für Topbanker schafft, die nicht alles verlieren wollen, wenn die Nationalbank die ‚Allianz‘ vom Markt nimmt. Insbesondere sind Schtscherban und Bocharow gemeinsam Aktionäre des genannten Fonds ‚ALB‘, der IT-Unternehmen ‚Monvel‘ und ‚Monvel Art‘, die Software für Banken und Handel entwickeln, mit jeweils 100 Millionen UAH. Ein weiteres Unternehmen ist ‚Allianz Payment Systems‘, in das die Zahlungsfunktionalität der Bank ausgelagert wurde … — nahezu 30 Millionen UAH“, heißt es in dem Artikel.
Nach Ansicht der Autoren führten именно diese Investitionen dazu, dass Schtscherban auf eine formale Erhöhung seines Anteils an der „Allianz“ auf 25 % verzichtete. Zudem könnte diese Entscheidung durch den Skandal um die Beteiligung der „Allianz“ an einem Strafverfahren wegen der Veruntreuung von Geldern von „Ukrenergo“ in Höhe von über 1,7 Milliarden UAH beeinflusst worden sein, ebenso wie durch wiederholte Verstöße gegen die Vorschriften der Nationalbank, zahlreiche Geldstrafen wegen Beteiligung an Geldwäsche sowie Vorwürfe der Dokumentenfälschung.
„Und das ist ein fertiges Paket, mit dem die Aufsichtsbehörde (die Nationalbank) die Finanzinstitution eigentlich vom Markt nehmen müsste“, heißt es abschließend in dem Artikel.
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